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Haben Tuning Anbauten Einfluss auf KFZ-Versicherung?

Geschrieben von Motortuning Forum am . Veröffentlicht in Tuning-Aktuell

 

Kfz-Tuning: Anbauten besser versichern

 

Wheel 2682229 640Viele stolze Autobesitzer möchten ihrem Vehikel gerne hin und wieder ein neues Erscheinungsbild gönnen. Dabei überschreiten einige - zumeist unwissentlich - den Rahmen des Erlaubten. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Modifikationen Sie problemlos vornehmen können und wann Sie lieber Ihre Kfz-Versicherung informieren sollten.

 

 

 

Versicherungsart von entscheidender Bedeutung

Je nach Wert Ihres Autos sollten Sie zunächst überlegen, welche Versicherungsart für Sie von Vorteil ist. Getunte Autos oder Fahrzeuge, die modifiziert wurden, sind meist keine Leasing-PKWs. Häufig reicht eine Teilkasko- oder Kfz-Haftpflichtversicherung aus, um den Wert abzudecken. Bei geleasten Autos ist grundsätzlich eher eine Vollkasko-Versicherung anzuraten. Möchten Sie Veränderungen an Ihrem Kfz vornehmen, müssen Sie Ihre Versicherung informieren. Die Modifikationen werten das Fahrzeug auf, sodass es danach häufig einer höheren Typklasse zuzuordnen ist. Eindeutige Fälle sind etwa Vergoldungen oder das Chiptuning. Sie sollten Ihre Versicherung deshalb zeitnah über die Veränderungen informieren, da sich das Unternehmen ansonsten im Schadensfall weigern kann, Wertersatz zu leisten. Für Sie als Kfz-Inhaber bedeutet das aber auch, dass Sie dazu bereit sein müssen, eine etwas höhere Prämie zu bezahlen. Hochwertige modifizierte Fahrzeuge sollten Sie deshalb nicht auf die Schnelle versichern lassen, sondern sich gründlich darüber informieren, welche Leistung Sie von den einzelnen Anbietern erhalten.

 

Kostenfalle Verheimlichung

 

Verheimlichen sollten Sie die Veränderungen am Kraftfahrzeug auf keinen Fall, denn dies kann unangenehme Folgen haben. Als Kfz-Inhaber sind Sie verpflichtet, Modifikationen an Ihrem Auto Ihrer Versicherung zu melden. Geschieht dies nicht, wird die Versicherung Sie in Regress nehmen, sobald Sie einen Anspruch geltend machen. Das bedeutet, dass Sie im Extremfall auf den ganzen Kosten sitzen bleiben. Zumindest aber wird die Versicherung Sie an den fälligen Ausgaben beteiligen. Wenn Sie die Modifikationen jedoch rechtzeitig und ordnungsgemäß angemeldet haben, so müssen Sie im Schadensfall nichts befürchten.

 

Getönte Autoscheiben sind erlaubt

Ihre Autoscheiben dürfen Sie tönen, sofern Sie sich an die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) halten. Alle Seitenscheiben ab der B-Säule und die Heckscheibe dürfen getönt werden, unzulässig ist indes die Tönung der Windschutzscheibe sowie der Autofenster zwischen der A- und B-Säule. Versicherungstechnisch zählen nachträglich getönte Autoscheiben zur Sonderausstattung und sind normalerweise nicht mitversichert. Es gibt jedoch spezielle Tarife, die Tuning und Modifikationen berücksichtigen und Sonderausstattungen abdecken.

 

Tuning und Modifikationen müssen abgenommen werden

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In den meisten Fällen müssen Sie die Veränderungen an Ihrem Kfz eintragen lassen. Wurden Umbauten eigenmächtig vorgenommen und nicht gemeldet, droht im schlimmsten Fall die Stilllegung des ganzen Autos - die Betriebserlaubnis erlischt. Zusätzlich sind Bußgelder und Punkte in Flensburg möglich. Es ist deshalb ratsam, Modifikationen bei einer Prüforganisation (z.B. dem TÜV) abnehmen zu lassen. Sie erhalten dann einen Prüfziffervermerk in Ihrer Zulassungsbescheinigung. Besondere Vorsicht sollten Sie walten lassen, wenn durch die Umbauten die Verkehrssicherheit eingeschränkt ist oder sich das Abgas- oder Lärmverhalten ändert - etwa beim Auspufftuning.

Grundsätzlich kommt es auf den Einzelfall an, ob die Veränderung abnahmepflichtig ist. Bei einer Prüforganisation vorstellig werden sollten Sie aber immer bei:

 

  • Änderungen am Fahrwerk
  • Veränderungen der Felgen
  • Anbringung von Spoilern
  • anderen Anbauten, die das Erscheinungsbild des Fahrzeuges deutlich verändern

 

Nicht alle Umbauten sind erlaubt

Nicht alles, was Spaß macht, ist erlaubt. Im Gegensatz zu den USA sind dem Hobby-Bastler engere Grenzen gesetzt. Autoteile und -zubehör dürfen nur montiert werden, wenn sie den Zulassungsvoraussetzungen, also der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, entsprechen. Es ist deshalb ratsam, Zubehör nur auf dem deutschen Markt zu kaufen. Andernfalls kann bei einer Verkehrskontrolle oder bei einem Unfall ein Bußgeld, Punkte in Flensburg oder sogar die Stilllegung des PKWs drohen. Ein klassisches Beispiel ist die in Amerika beliebte Unterbodenbeleuchtung. In Deutschland erhalten Sie vom TÜV dafür keine Kennzeichnung mit Prüfnummer - die Unterbodenleuchte ist also illegal.

 

So bleiben Sie auf der sicheren Seite

Sie können Ihr Auto fast nach Belieben frisieren, sofern Sie die rechtlichen Vorgaben einhalten. Informieren Sie sich zunächst, ob die geplanten Umbauten in Deutschland legal sind und setzen Sie auf Bauteile "made in Germany". Einige Veränderungen an Ihrem Kfz, zum Beispiel Lachgaseinspritzung zur Motor-Frisierung oder Unterbodenbeleuchtung, sind in Deutschland verboten. Lassen Sie die Umbauten wenn möglich in einer Tuning-Werkstatt vornehmen, weil diese die rechtlichen Vorschriften genau kennen und Sie diesbezüglich beraten können. Informieren Sie auf jeden Fall Ihre Kfz-Versicherung über die Modifikation - in vielen Fällen wirkt sich der Umbau nämlich auf die Prämie aus. Abschließend sollten Sie die Ersatzteile von einer Prüfwerkstatt abnehmen lassen. Andernfalls drohen hohe Bußgelder, Punkte in Flensburg oder sogar die Stilllegung des Fahrzeugs.

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